Meine Augenoperation in Istanbul

Meine Augenoperation in Istanbul – Bericht vom 14. Dezember 2019

Lieber Leser!

Wenn du diese Zeilen hier liest, hat dich sehr wahrscheinlich ein bestimmter Wunsch hierhergeführt: wieder perfekt und ohne Brille sehen zu können – ein Wunsch der wahrscheinlich jede Person mit einer Fehlsichtigkeit hegt!

Leider ist eine Augenoperation hierzulande sehr teuer, da ist die Versuchung gross, diese im Ausland für einen Bruchteil der Kosten machen zu lassen. Doch jede Person, die schon mit diesem Gedanken gespielt hat, hatte wahrscheinlich Zweifel wie «Ist eine Operation gefährlich?» oder «Ist die Operation im Ausland gleichwertig wie hier?». Und es sind berechtigte Zweifel! Immerhin handelt es sich um eines unserer wichtigsten Organe, da ist grosse Portion Vorsicht durchaus angebracht. Und ich hoffe, mein Erfahrungsbericht aus erster Hand hilft, diese Fragen und Zweifel zu beantworten oder abzubauen.

Vor der Reise

Nach sehr langen Recherchen habe ich mich entschlossen, das Risiko doch einzugehen! Der Umstand, dass bisher noch kein bekannter Patient an einer Lasik/PRK erblindet ist, half mir ungemein bei meiner Entscheidung, da dies meine grösste Angst war. Auch sonst ist die Komplikationsrate sehr gering (<5%), und die von ernsthaften noch viel geringer (weit unter 1%).

Entschluss gefasst, meldete ich mich bei swisslasik.ch für einen Termin. Ich war positiv überrascht, wie schnell es ging! Keine 2 Tage später stand der Termin fest und die Operation sollte schon in 11 Tagen stattfinden. Auch sonst wahr der Kontakt sehr angenehm und professionell, weshalb ich das SwissLasik-Team nur wärmstens empfehlen kann.

Die Reise und Operation

Die Anreise verlief ganz unspektakulär. Ich kam in Istanbul an, wurde pünktlich abgeholt und in die Birinci-Augenklinik transferiert. Leider sprach weder der Abholdienst noch ein Grossteil der Klinikangestellten Englisch, was jegliche Smalltalk-Versuche im Keim erstickte. Wenn man Gesellschaft will, so muss man sie selber mitbringen! Die Personen, mit denen ich mich jedoch unterhalten konnte, waren alle sehr, sehr nett und zuvorkommend.

In der Klinik angekommen, wurde ich gleich von der Dolmetscherin begrüsst und durch das ganze Aufnahmeverfahren geführt. Nachdem ich alle Dokumente gelesen und ausgefüllt hatte, wurde ich auch gleich zur Voruntersuchung geschickt. Bei dieser stellte sich jedoch heraus, dass meine Hornhaut sehr dünn ist, beinahe zu dünn für eine Operation. Nach einer 2. Untersuchung entschloss sich der Arzt, doch eine Operation durchzuführen. Ich bekam einfach eine PRK anstelle einer Lasik, doch leider würde ich ein kleiner Rest meiner Fehlsichtigkeit behalten (jedoch gut genug für ein Leben ohne Brille). Was gut genug für mich war, ich war schon froh, dass ich das Ding überhaupt los werden konnte…

Am nächsten Tag war dann auch schon die Operation, und je näher der Moment kam, desto nervöser wurde ich. Ohne wirklichen Grund, wie sich später herausstellte. Die Operation geht an sich sehr schnell, gerade mal ein paar Minuten. Die Augen werden mit einer Zange offengehalten und mit einem Saugnapf fixiert, was meiner Meinung nach der unangenehmste Teil der ganzen Operation ist. Danach öffnet der Chirurg das Auge, es gibt einen grellen Lichtstrahl, es riecht leicht verbrannt und schon ist alles wieder vorbei! Das ganze wiederholt und schon hat man das erste Mal seit Jahren wieder eine klare Sicht. Ein wundervoller Moment! Und jeder Zahnarztbesuch ist schlimmer!

Leider waren die darauffolgenden Stunden nicht halb so angenehm: Die Augen begannen stark zu jucken und zu brennen, später in der Nacht bekam ich trotz Medikamente starke Schmerzen. Zum Glück bestand die Klinik darauf, dass ich die erste Nacht dort verbringen müsse, obwohl ich eigentlich geplant hatte, in einem Hotel zu Schlafen. Das machte diese unangenehme Episode einiges erträglicher.

Am nächsten Morgen war das Schlimmste auch schon überstanden, und nach einer positiven Nachkontrolle wurde ich entlassen. Die Schmerzen waren eigentlich weg, nur das Jucken und Brennen blieb für weitere 3 Tage. Leider war es schlimm genug, mich für 3 weitere Tage an mein Hotelbett zu fesseln, während meine Begleitperson die Stadt erkunden konnte, was ziemlich frustrierend und langweilig war.

Die Heimreise war so ereignislos wie die Hinreise: Wir wurden pünktlich abgeholt, zum Flughafen transferiert, und kamen bald darauf in Zürich an.

Nach der Reise

Der grösste Teil der Heilung verläuft sehr schnell. Etwa 1 Woche nach der Operation konnte ich schon beinahe wieder alles machen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass ich eine PRK anstelle einer Lasik hatte, was die Regenerationszeit verlängert. Schwankungen in der Sehstärke, Doppelbilder und/oder Halos sind völlig normal während dieser Zeit, also keine Panik, falls solche auftreten.

5 Wochen nach der Operation bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, und ich kann nur jeder Person, die mit dem Gedanken spielt, raten, es zu tun.

 

Thomas Goll                                 14.12.2019

 

Allgemeine Tipps:

  • Nimm, falls irgendwie möglich, eine Begleitperson mit!
  • Falls du noch die Stadt besuchen möchtest, empfehle ich, es vor der Operation zu machen. Viele sind zwar schon 1 Tag nach der Operation fit genug für eine Stadterkundung, aber dies ist nicht garantiert. Und «Ferien» im Bett verbringen zu müssen, ist ziemlich deprimierend!
  • Stellt sicher, dass die vom Arzt verschriebenen Medikamente in der Schweiz erhältlich sind – oder sorgt für adäquaten Ersatz!
  • Es gibt in der Stadt und am Flughafen viele Möglichkeiten, Türkische Lira zu wechseln, und das zu einem viel besseren Kurs als in der Schweiz. Man kann auch an vielen Orten mit Euros zahlen, falls ihr noch restliche übrighabt.
  • Eine Sonnenbrille ist in der ersten Woche ungemein nützlich, Wasser und Zigarettenrauch von den Augen fernzuhalten.

Wegen Voruntersuchung (nicht zu verwechseln mit Kurzcheck!): Schau genau, ob du eine lassen machen willst! Man hat in jedem Fall in der Klinik in Istanbul eine, und ein Flugticket + die Kosten bei einer Ablehnung sind oftmals etwa gleich teuer wie eine Voruntersuchung in der Schweiz.